Gästebuch

Home
Nach oben

 

 

Artikel aus dem Buch "Deutsche heilige", herausgegeben von Herrn Prälat Oberstudienrat Dr. Johannes Walterscheid:

 

 

Text über Stöger auf den Seiten 399 - 400:

Der ehrwürdige Johann Baptist Stöger

"ora et labora", "Bete und arbeite" sind die wenigen Worte, auf die Johann Baptist Stögers Leben sich aufbauen läßt. Die Arbeit wurde ihm zum Gottesdienst, die Liebe für die Arbeit zur Gottesliebe. Johann stammte aus Enzersfelde bei Wien von echt katholischen Eltern, die ihm eine unersetzliche Stütze gaben. Einen überaus reichen Jugendschatz hat die strenge, natürliche Geradheit seiner Erziehung ihm geschenkt. Gern hätte der begabte Knabe sich der höheren Schulbildung und dem Studium der Theologie gewidmet, aber sein Vater stellte ihm in der Einfachheit seiner Anschauung die sittlichen Gefahren durch andersgesinnte Kameraden so vor Augen, daß er, wenn auch innerlich nur schwer verzichtend, still von seinem Wunsche abließ. Emsig schaffte er weiter auf dem Hofe seiner Eltern; willig und gehorsam verrichtete er die schwersten ländlichen Arbeiten; Seine Freizeit aber verbrachte er, sofern er nicht anderen in ihren Geschäften helfen konnte, in eifrigem Gebet.

So änderte sich seine Lebensweise kaum, als er mit 25 Jahren in das Redemptoristenkloster in Wien eintrat, von wo aus er nach kurzer Zeit als Gärtner in die Ordensniederlassung zu Eggenburg gesandt wurde. 44 Jahre lang, bis zu seinem Tode, ist Stöger auf diesem Posten geblieben, und dennoch ist der Ruf seiner heiligmäßigen Tugenden weit aus  den einsamen Klostermauern ins Land gedrungen. Manche rührenden Geschichten werden uns von seinen Mitbrüdern überliefert, die alle seine dauernden Abtötungen, seine ständige Sammlung im Dienste des Herrn erkennen lassen. Seine engelgleiche Demut und Reinheit hat ihn zum leuchtenden Vorbild seiner Ordenskameraden gemacht. In unwandelbarer Ruhe und Freundlichkeit, fern allem Lärmen und Klagen, hat Frater Stöger seinen Dienst versehen, bis ihn ein schweres Leiden mitten aus seiner geliebten Arbeit aufs Krankenlager warf. Er starb am 3. November 1883 im Alter von 73 Jahren an einem furchtbaren Ausschlag, der seinen ganzen Körper mit Geschwüren bedeckte, zu Eggenburg. Seine Gebeine wurden 19000 in die dortige Redemptoristenkapelle übergeführt. Stögers Leben ist wahrhaft eine lebendige Predigt des schlichten "Bete und arbeite" gewesen. 

 

 

 

Mail an den Webmaster                               online seit 25.01.2002    last update: 15.11.2004

Gefördert von www.riednet.com              © 2002, 2003, 2004 Günter Ried            Disclaimer: Wir distanzieren uns von den Inhalten der von dieser Homepage verlinkten Seiten und übernehmen keine Haftung für deren Inhalt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit.