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"Skizze", Teil 4:

"Das Leben" (2)

 

an Fr. Baptist könne er wohl einen Heiligen sehen. Der gute Fr. Baptist lebte eben in einer höheren, liebten Welt. Die Stoßgebetlein, die man erlauschte, verrieten es. Mit Gott und seinen Heiligen pflegte er ständigen Umgang, vorab mit dem hl. Joseph, mit dem Erzengel Michael, den Schutzengeln, der hl. Barbara, dem hl. Peregrin, dem hl. Nikolaus. Wie ein kindlicher Novize freute er sich am Jesukindlein, jeden 25. des Monates hielt er seine "Christkindandacht" bis in sein höchstes Alter. Noch tiefer lebte er mit dem leidenden Heilande. An einem Karfreitag brachte man ein Lamm; weinend umarmte es der gute Bruder, liebkoste es, sofort in Tränen aufgelöst, den ganzen Tag.  

Heilige waren ihm Lebensmuster. Deren Biographien las er gerne, las auch anderen vor. "Brüder, das war eine große Seele", pflegte er von solchen heiligen Persönlichkeiten zu sagen. Und tief in seine Seele prägten sich ihm die Worte der hl. Schrift, die er so gerne las. Auch ließ er keine Predigt aus, wie eine Bildsäule stand er dabei, im Chore, ganz Ohr. Aus jeder Predigt sog er Nahrung für die innere Flamme seiner Gottseligkeit.  

Die mit ihm über Geistliches sprachen, staunten über die Sicherheit, Klarheit und Tiefe seiner inneren Erkenntnisse.

 

12. Gleichsam eine Lilie vor dem Allerheiligsten

war dieser in Gott versenkte Mann in seinem ganzen Tun und Lassen. "Sein Blick sowie sein gesamtes Wesen", erzählten Zeugen, "machten den Eindruck, dass man es bei ihm mit einer völlig unschuldigen Seele zu tun hatte. Alles bekun-  

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dete eine kindliche Herzensreinheit. Man muss sagen, dass sein ganzes Wesen auch noch in seinem Alter eine gewisse Zartheit und Zurückhaltung  zeigte und einen gewissen Hauch der Jungfräulichkeit an sich trug."  

Er hatte sich aber auch von Jugend auf behütet, hatte nur im Notwendigsten mit Frauenspersonen verkehrt. Einem jungen Freunde, der nach Wien in Stellung musste, sagte er: Josef, halte dich rein! Wien ist eine sündhafte und lasterhafte Stadt; ich hätte auch hinkommen sollen, Gott aber hat nicht wollen, dass ich hinkomme." --

Kinder besonders fühlten sich zu ihm hingezogen. Die vier Töchter des Baumeisters Meinhart, der den Turm der Klosterkirche baute, fühlten sich vom Beispiel des Fr. Baptist so bewegt, dass alle vier Karmeliterinnen wurden. Ihr Vater verbrachte seine letzten Lebenstage ganz im Eggenburger Kloster.  

Die reinen Herzens sind; schauen Gott an. Sein Herz war längst schon da, wo sein Schatz war, bei Jesus im Tabernakel. Selbst bei der Arbeit stand er oft, den Blick betend der Kirche zugekehrt. Wie er konnte, kniete er im Oratorium vor dem Tabernakel regungslos ins Gebet versenkt. Wenn er nur von früh an bis 10, halb 11 ministrieren könnte, äußerte er oft den Wunsch. Und wenn er ministrierte, war er wie ein Engel, sagten die Leute. Und wenn er zur hl. Kommunion ging, war er so ergreifend, dass Kardinal-Fürstbischof Dr. Nagl bezeugte: "Mit größter Andachtsglut empfing Frater Baptist das heiligste Altarsakrament und ich verehre ihn gerade deswegen heute noch (1910). So oft  

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ich in der Kirche zu Eggenburg war, glaubte ich, ihn zur Kommunion gehen gesehen zu haben. Es ist mir noch heute in lebhafter Erinnerung der Ausdruck der Sehnsucht, des Verlangens und der Liebe zum allerheiligsten Sakramente, seine überaus demütige Haltung beim Empfange, seine Versunkenheit in Andacht bei der Danksagung nach dem Empfang des heiligsten Sakramentes. Ich blieb auch selbst gerne längere Zeit dort, um mich an seinem Anblicke zu erbauen"; so Wiens Kardinal.

Jesu lebt aber auch fort im mystischen Leibe seiner Kirche, darum leben vollkommene Seelen mit der Kirche: leiden mit ihren Leiden, freuen sich mit ihren Freuden. So auch unser schlichter Laienbruder. An Festtagen z. B. war er fröhlich, sang und sagte oft: "Heute müssen wir uns freuen, heute freut sich die Kirche, sie hat den schönsten Schmuck angezogen." –

 

13. "Seine liebe Mutter“

nannte er Maria. Von Jugend auf tat er selbst, was er seinem Freunde, dem braven Bauern Hau sagte: "Bruder, halten wir uns nur fest an den Falten des Gewandes der lieben Gottesmutter und nicht auslassen, dass sie uns in den Himmel hineinzieht." - Als er in den letzten Lebensjahren viel zu leiden hatte, meinte er: "Man müsste ja verzweifeln in seinem Sündenelende und seiner Armseligkeit, wenn man diese Hoffnung (auf Maria) und diesen Trost nicht hätte."  

Für Dienste, die er einem leistete, erbat er sich nur ein Ave. Selbst hatte er, so oft es die Umstände  

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erlaubten, den Rosenkranz in der Hand und betete den Rosenkranz. Als er in kranken Tagen ständig im Zimmer, im Lehnsessel sitzend, bleiben musste, traf man ihn stets mit dem Rosenkranz in der Hand.

Wie den leidenden Heiland verehrte er Maria besonders als Schmerzensmutter: wohl jeden Monat wallfahrtete er nach dem zwei Stunden entfernten Dreieichen, wo er stundenlang frei dakniete vor dem Altar der schmerzhaften Mutter. Einmal war er sehr krank, trotzdem bat er, nach Dreieichen gehen zu dürfen; der Obere erlaubte es ihm; dort trank er von der eiskalten Quelle beim Gotteshause; der begleitende Bruder fürchtete eine Verschlimmerung der Krankheit; Fr. Baptist aber war fast augenblicklich gesund.  

Alle Anliegen legte er in die Hand seiner "lieben Mutter". So besonders auch, wenn er als Gärtner in allzutrockenen Zeiten Regen brauchte. Da ging er zum "Brünnl" nach Pulkau und stets kam Regen. Die Leute nannten ihn daher scherzhaft den "Regenmacher"; sie sagten: "jetzt ergießt er es nimmer im Garten, jetzt werden wir bald einen Regen haben", oh, jetzt werde er nach Pulkau wallfahrten. Und, als er bei einem solchen Bittgange schließlich vom plötzlich eintretenden Platzregen erwischt und durchnässt wurde, scherzten sie: "Heute hat er wohl kräftig gebetet."  

Seine Ruhe fand er in den Ängsten der letzten Stunden jedes Mal durch das Gebetlein: "Süßes Herz Mariä, sei meine Rettung."

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14. Ein lieber Mitbruder  

und guter Kamerad war er allen im Kloster, aber auch seinen Bekannten und Freunden, denn seine Liebe zu Jesus und Maria wäre nicht echt gewesen, hätte er nicht auch in jedem Nächsten Christus gesehen: "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder tut, habt ihr mir getan."  

     Nie war er mürrisch, nie launenhaft, stets freundlich, gütig, hilfreich. Selbst als ihm der Herr in 'den letzten Lebensjahren viel körperliches Leid  und innere Trockenheit und Verlassenheit schickte, ließ er dies anderen nie fühlen. jedem leistete er gerne jeden Dienst. Man musste sich hüten, einen Wunsch auszusprechen, denn Fr. Baptist mühte sich sofort, ihn zu erfüllen. Er wusste sehr packend und an­ mutig zu erzählen und auch fromme Aussprüche, die er vorbrachte, nahmen sich beim ihm ganz natürlich und nie gezwungen aus. Man merkte, dass sie seinem Wesen entsprachen. "Nicht, geist­reich, sondern liebreich sein", war sein Grundsatz. Gute Scherze machte er gerne mit, nie verdarb er einen Spaß, selbst wenn er leidend war. Und wenn junge Mitbrüder ihm in der Gartenarbeit einen lustigen Possen spielten, nahm er es nie übel; vielmehr fühlte er sich geehrt, dass man sich "mit einem so armseligen Menschen" befasste.  

Betrübte tröstete er liebreich. Kranke baten eigens, ihn kommen zu lassen, da er so gut zu beruhigen verstand. Obschon er im höheren Alter eine Krücke brauchte, gab er sie sofort einem fußleidenden Mitbruder, bis dieser gesund war. Seine Fleischrationen ließ er mit Erlaubnis der Oberen

 

 

armen Pfortenbettlern geben.  Kamen fremde Patres oder Gäste ins Haus, nahm er sich sofort ihrer an, wenn sonst niemand Zeit hatte.

Seine Liebe war eben unvergleichlich. Daher ist es selbstverständlich, dass er sich nie über jemand beklagte. Er ließ auch andere nicht hart urteilen über andere, da fand er stets ein Wort der Entschuldigung für den hart Beurteilten. Als man über einen Selbstmörder nicht gut sprach, erzählte er, er habe von einem Heiligen gelesen, diesem sei gezeigt worden, es habe einer, der sich selbstmörderisch ins Wasser gestürzt hatte, im letzten Augenblicke die Gnade bekommen, vollkommene Reue zu erwecken und so in Gottes Gnade zu sterben.  

In ein kurzes Wort fassten alle, die mit ihm lebten, ihr Urteil über ihn zusammen, sie sagten, er sei "lieb und fromm".

 

15. Ein guter Freund  

zu sein und zu bleiben, wusste er, wie der heilige Klemens Hofbauer, in echter deutscher Art. Mitbrüder erlebten dies besonders, wenn sie krank waren: Fr. Baptist kam jeden Tag, sein Blick, seine Teilnahme, seine liebevolle Rede trösteten, erhoben, erfreuten. Gerne verband er Wunden, gab Medizin, half beim Essen, beim Heben und Legen, obschon seine Gärtnerarbeit rauh war, bei solchen Krankendiensten schien er zarte Frauenhände zu haben. Gerne löste er den Krankenbruder bei Nachtwachen ab, dass der ein bisschen schlafen konnte; bei sehr schwer Kranken saß er still betend neben dem Bette und sprach hin und wieder ein ermunterndes Wort oder ein Gebetlein zum Kranken. --

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Ein ganz besonderes Verständnis hatte er für die Seelenkranken, die Sünder. Er nahm sie in Schutz. "Ach wir sind armselige Menschen, niemand ist vor dem Falle sicher." Für die Sünder opferte er Tag für Tag dem Herzen Jesu und der Gottesmutter seine Gebete, Arbeiten, Leiden" am innigsten, wenn Patres auf einer Mission waren; da forderte er auch andere auf, zu bieten, dass recht viele Bekehrungen geschähen. Hörte er von solchen Bekehrungen, hatte er die ‑größte Freude. Herzlich beglückwünschte er Klerikernovizen, dass sie einst als Missionäre recht vielen armen Sündern zu Gott hellen dürften.  

Seinen Angehörigen in Groß-Enzersdorf war er zeitlebens ein Schutzengel. Gerne erlaubten ihm die Oberen, alljährlich die Seinen zu besuchen,  den Seinen war sein Erscheinen stets Erbauung und Belebung im guten. Eine Schwester war Redemptoristin geworden, hatte 1848 ob des Umsturzes ins Vaterhaus zurückkehren müssen. Fr. Baptist sorgte mit allen Mitteln, dass sie auch daheim nichts sich erlaubte, was einer Ordensfrau nicht geziemt hätte.  

Bei seinem letzten Besuche daheim sagte er zu einem Jugendfreunde: "Lieber Bruder! Lass nur vom Beten nicht ab; wenn das Gebet auch mit Widerwillen verrichtet wird, so bleibt doch allemal etwas davon hängen." Bis ins höchste Alter merkte es sich dieser und handelte darnach.

 

Gerne nahm man ihn mit zu Kranken oder schickte ihn mit Almosen zu solchen. Er wusste so schön und erheiternd zu erzählen, zumeist von  Heiligen, und aus seinem Munde klang Religiöses ganz wahr, natürlich, ja, als etwas ganz seinem Wesen entsprechendes. Gerne sandte man ihn auch zu

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Wohltätern des Klosters: Diese freuten sich sehr, wenn er kam, ja eine Familie erklärte, es sei stets gewesen, "als käme der liebe Gott".  Immer wusste er seelisch Erhabenes einzuflechten, bat junge Leute: "ja keine Sünde zu begehen." Nie trank er Wein" doch bei solchen Besuchen nippte er wenigstens, um nicht abzustoßen. In einer Familie legte man ihm Weißbrot vor; er sagte: "Das bin ich nicht würdig", eine Kartoffel aber aß er. Fast überall wusste er etwas Passendes vorzulesen. Bei ihm hörten es die Leute gerne und erbauten sich..  

Treue Freundschaft pflegte er auch mit zwei originellen, grundfrommen Junggesellen: dem Araker Franz in Straning, den er aus materiellem zu geistlichem Streben brachte, und zum seelenverwandten Bauern Josef Hau in Roggendorf, der ihm viel arbeiten half, den er aber auch wie einen' Bruder gern hatte und durch sein Beispiel und sein Wort zu großer Losschälung und seelischer Vollkommenheit brachte. Dieser war es auch, der nach dem Tode des Fr. Baptist sofort bat, man möge alsbald Anstalten zur Seligsprechung des Bruders treffen.

 

16. Heroisch endlich war seine Liebe und Treue im Redemptoristenberuf.  

Der Geist der Redemptoristenkongregation erfüllte ihn so, daß selbst Weltleute sagten, er sei "wie der selige Alphonsus". Für die Kongregation wolle er leben und sterben, sagte er oft. Daher gehörte er zu den ersten, die nach dem Sturm des Jahres 18481 sofort wieder ins Kloster kamen. Genau  

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richtete er sein Tun und Lassen ganz nach der Ordensregel ein und der Gehorsam galt ihm als das Heiligste: Gehorsam gegen die Regel, die Oberen, den Beichtvater. Er hatte das Glück, sich noch nach mehreren Schülern des hl. Klemens richten zu können: nach dem großen Beter P. Passerat, dessen Seligsprechungsprozess bereits eingeleitet ist; nach dem so kindlich gewordenen ehemaligen Universitätsprofessor P. Madlener; nach P. Provinzial Michalek, der schon dem Enzersdorfer Stöger Sepp Beichtvater gewesen war, und nach dem demütigen, hochgebildeten Laienbruder Fr. Georg Passy, der vier Sprachen beherrschte; Fr. Baptist sah, wie der bereits kranke Bruder von zwei Mitbrüdern zur hl. Kommunion geführt wurde, was, ihn mit solcher Ehrfurcht erfüllte, dass er dadurch die innigste Liebe zur Kongregation gewann. Als Fr. Baptist bereits so leidend war, dass er meist im Zimmer. bleiben musste, führte man neueingetretene Novizen zu ihm, er wusste sie so lieb zum Ausharren in der Kongregation zu ermuntern. Täglich betete er um gute Berufe.  

"Er ist der beste Prediger im Hause", sagte P. Hamerle und: "Hätten doch auch wir einen solchen Gebetsgeist, wie dieser Bruder!" - "Auf mich machte er den Eindruck großer Heiligkeit", erklärte ein anderer. Alle liebten ihn, alle sagten: Nenn der nicht selig wird, wird niemand selig." Launig bemerkte ein Pater: "Dieser Bruder wird einstens unserem Kloster viel Geld kosten"; er meinte den Seligsprechungsprozess.  

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17. Der Kreuzträger.  

Fr. Baptist wäre kein wahrer Nachfolger Jesu gewesen, hätte er nicht auch sein Kreuz gehabt, denn: "Wer mir nachfolgen will, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach".

Dieser innerlich so heitere, stets ruhig' sanfte, liebe Gottesmann trug zeitlebens ein schweres, leidvolles Kreuz. Nicht bloß in beharrlicher Genauigkeit der Regeltreue; in strenger, selbstauferlegter Buße, in steter, reger, aufreibender Arbeit trotz Schwächlichkeit und Ermüdung, Gott gab ihm außerdem ein schweres Kreuz großer Körperleiden und dazu schwerer innerer Versuchung.  

Noch verhältnismäßig jung erlebte er das Bersten einer Ader am Fuß, dass er bald verblutet wäre. Zeitlebens trug er nun ein schweres Fußleiden mit offenen Wunden, die er täglich verbinden musste. Es steigerte sich, der Fuß bekam Knochenfraß, schwoll ungemein an, nur mit Krücken konnte sich der Arme fortbewegen. Im Bett zu liegen wurde ihm ganz unmöglich, lange Zeit musste er Tag und Nacht in einem Lehnsessel verbringen. In den letzten Lebensjahren litt er außerdem an Gicht, an schwerer Kolik, an Asthma und einem. ständigen, heftigen Husten.

Seelisch sodann ließ ihn der liebe Gott fast durch das ganze Leben große Ängste und Finsternisse ertragen, eine ständige Versuchung gegen die Hoffnung, ja sogar zur Verzweiflung. Tatsache scheint auch zu sein, dass Satan ihn auch körperlich misshandelte und ihm, zur Verzweiflung versuchend, in Schreckgestalten erschien. Fr. Baptist entschlüpfte  

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die Äußerung: "Heute habe ich wieder meine Schläge bekommen. Dies alles aber brachte ihn nicht ab von seiner Genauigkeit, seinem Bußleben,  einem ständigen Beten. Nie zeigte er Ungeduld, stets war er ergeben in Gottes Willen. "Ach, ich bin halt ein elender Mensch, dies wollte ich gern bis zum Tode ertragen." -- "Unser Herrgott hilft mir, weil ich selbst nicht Buße tun will." "Der hl. Alphonsus hat oft laut geseufzt und  gebetet, um nicht zu verzweifeln oder den Stürmen der Versuchung zu unterliegen." -- So sagte Fr. Baptist.  

"Wenige Menschen können das mit Geduld ertragen, was er ertragen hat", sagt ein Augenzeuge.  

     Trotzdem verlangte der arme, leidende Bruder kein Mitleid; es war ihm peinlich, wenn er auf Dienste anderer angewiesen war, nur der Befehl der Obere ' n beruhigte ihn darüber. Er bat nur: "Beten Sie für mich, aber nicht, dass der Schmerz, aufhöre, sondern dass ich die Geduld nicht ver­liere." -- Gewöhnlich antwortete er: "Es geht mir gut." - "Ich bin ganz und mit allem zufrieden." - "Wie Gott will." - "Sein Wille geschehe." - "Es ist ja nicht viel, was ich leide, der liebe Heiland hat viel mehr gelitten." - "Das will ich gern ertragen, das ist ja keine Hölle." -- In tiefsten Finsternissen und seelischen Bedrängnissen hörte man ihn beten: "0 mein Gott, hilf mir doch, dass ich nicht verzweifle!" - "Meine Mutter Maria, steh  ihr bei!" - Mein Jesus, deine Leiden sind meine Hoff­nung!" -- 

Allen im Kloster war er zeitlebens ein Muster gewesen: in seinem gehorsamen Arbeiten, in seinem  

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Beten, in seiner Liebe, in den letzten Lebensmonaten aber in seinen schmerzvollen Leiden. Darum sagte ein Pater, der durch sechs Jahre sein Rektor gewesen war: "Wenn der Fr. Baptist Wunder wirkte, würd` es mich gar nicht wundern; im Gegenteile, wenn er keine wirken würde, möcht’, ich mich wundern."  

 

18. Gottseliger Heimgang  

Ober 70 Jahre alt ist Fr. Baptist geworden, trotz seiner aufreibenden Arbeiten, seiner ständigen Abtötungen und seiner schweren Körper- und Seelenleiden. Der Herr ließ ihn den Kelch der Schmerzen bis zur Hefe leeren.

Drei volle Jahre hatte der Arme nie mehr das Bett benützen können und Tage und Nächte vollständig angekleidet im  Lehnsessel verbringen müssen. Der kranke Fuß schwoll zwar ab und floss nicht mehr. Dafür steigerten sich andere Schmerzen in den letzten Wochen so sehr, dass Fr. Baptist oft unwillkürlich aufschreien und wimmern musste. Und die seelische Verlassenheit und Bedrücktheit nahm offenkundig dämonischen Charakter an, nur Weihwasser und Priestersegen brachten Linderung. In den letzten Tagen bat er, dass man in seiner Zelle ständig bete.

So kam der 3. November 1883. In der Frühe bat er, auf den Boden gelegt zu werden. Nur eine Decke ließ er sich unterbreiten, auch ein Kopfkissen nahm er nicht an.  Drei Uhr nachmittags sagte er: "Nun ist es genug." Er ließ sich in den Lehnsessel setzen.  

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Dort saß er still bis gegen halb vier Uhr und starb unter dem Beistande seines Beichtvaters P. Fischnaller.  

Sofort wurde sein sonst so leidvolles Antlitz wunderbar friedvoll und wie verklärt.  

Zahlreich kamen die Leute zur Bahre und erbaten sich Stückchen von seinen Kleidern und anderes wie Reliquien zum Andenken, besonders erbeten wurden Blumen, die er gepflegt hatte, man sagte, es sei ein besonderer Segen darauf. Ein Zeuge erklärte: "Als ich hörte, dass Fr. Baptist sterben werde, sprach ich: Es würde mich nicht wundern, wenn bei seinem Tode alle Glocken der Stadt, die Turmglocken und alle Hausglocken von selbst zu läuten anfangen würden, für einen solchen Heiligen habe ich ihn gehalten".  

Sein Leichenbegängnis wurde herrlich, so viel Volk war da, auch alle Vornehmen von Eggenburg gingen mit.  

Der Ruf seiner Heiligkeit verstummte nicht. 1898 begann daher sein Seligsprechungsprozess, eingeleitet von einem anderen "Diener Gottes" P. Wilhelm Janauschek. Am 30. Oktober 1900 wurden seine Gebeine enterdigt und im schön gemauerten Tumulus der Beichtkapelle an der Klosterkirche beigesetzt, wo sie harren, bis sie nach der Beatifikation hoffentlich bald auf den Altar erhoben werden.  

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NOVENE 

1. Frater Baptist Stöger war ein besonderer Verehrer, des Leidens Christi. So freut es ihn sicher, wenn man an den neun Tagen täglich ein Gesätzlein des schmerzhaften Rosenkranzes betet.

2. Gebet um die Seligsprechung des Fr. Baptist:

Göttlicher Heiland, durch die Fürbitte, deiner Mutter Maria bitten wir dich, lass deinem Diener Frater Baptist Stöger bald die Ehre der Altäre zuteil werden, auf dass sein Beispiel umsomehr den Geist des Gehorsams, der Arbeitsamkeit, der Geduld und des Gottvertrauens in unseren Seelen erwecke und fördere. Amen.

3. Lass auch andere die Novene mit halten!

4. Wenn möglich, empfange während der Novene die hl. Sakramente!

5. Nimm dir vor, wenn dir geholfen wird, auch selbst ein Werk der Liebe und Barmherzigkeit zu tun.

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Grabmal des Dieners Gottes

FRATER BAPTIST STÖGER, C. Ss. R,

in der Klosterkirche der Redemptoristen zu Eggen­burg, Niederösterreich.

6. Erlangte Erhörung berichte mit Unterschrift und Postanschrift an das  

Provinzialat der Redemptoristen,  

Wien 1, Salvatorgasse 12.  

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Klemens Hofbauer-Komitee  

Wien 1, Salvatorgasse 12  

G e g r ü n d e t  im Jahr der Heiligsprechung 1909 zur Verbreitung der Ehre des hl. Klemens M. Hofbauer und Förderung seiner Gründung, der österreichischen Redemptoristen.  

Das St. Klemens Hofbauer-Komitee hat gestiftet:

 Klemens-Gedenktafel am Ursulinenkloster,  

eingeweiht durch Koadjutor Dr. Nagel 1910.  

Klemens-Gedenktafel in Maria Taferl, eingeweiht durch Bischof Rössler 1912.  

Klemensdenkmal vor der Minoritenkirche,

Fürsterzbischof Dr. Piffl 1913.  

Klemens-Statuen für 30 Kirchen Wiens und Niederösterreichs.  

Klemens-Broschüren von P. Andreas Hamerle geschrieben, gegen 500.000 in deutscher Sprache, zehntausende in polnischer, slowenischer und ungarischer Sprache.  

Klemens-Kirchen gebaut in Wien XII, am Gatterhölzl, in Oberpullendorf, Burgenland.  

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