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Gästebuch




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"Skizze", Teil 4:
"Das Leben" (2)
an Fr. Baptist könne er wohl einen Heiligen sehen.
Der gute Fr. Baptist lebte eben in einer höheren, liebten Welt.
Die Stoßgebetlein, die man erlauschte, verrieten es. Mit Gott und
seinen Heiligen pflegte er ständigen Umgang, vorab mit dem hl. Joseph,
mit dem Erzengel Michael, den Schutzengeln, der hl. Barbara, dem hl.
Peregrin, dem hl. Nikolaus. Wie ein kindlicher Novize freute er sich am
Jesukindlein, jeden 25. des Monates hielt er seine
"Christkindandacht" bis in sein höchstes Alter. Noch tiefer
lebte er mit dem leidenden Heilande. An einem Karfreitag brachte man ein
Lamm; weinend umarmte es der gute Bruder, liebkoste es, sofort in Tränen
aufgelöst, den ganzen Tag.
Heilige waren
ihm Lebensmuster. Deren Biographien
las er gerne, las auch anderen vor. "Brüder, das war eine große
Seele", pflegte er von solchen heiligen Persönlichkeiten zu sagen.
Und tief in seine Seele prägten sich ihm die Worte der hl. Schrift, die
er so
gerne
las. Auch ließ er keine Predigt aus, wie eine Bildsäule stand er
dabei, im Chore, ganz Ohr. Aus jeder Predigt sog er Nahrung für die
innere Flamme seiner Gottseligkeit.
Die
mit ihm über Geistliches sprachen, staunten über die Sicherheit,
Klarheit und Tiefe seiner inneren Erkenntnisse.
12.
Gleichsam eine Lilie vor dem Allerheiligsten
war dieser in Gott versenkte Mann in seinem ganzen
Tun und Lassen. "Sein Blick sowie sein gesamtes Wesen", erzählten
Zeugen, "machten den Eindruck, dass man es bei ihm mit einer völlig
unschuldigen Seele zu tun hatte. Alles bekun-
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dete eine kindliche Herzensreinheit. Man muss
sagen, dass sein ganzes Wesen auch noch in seinem Alter eine gewisse
Zartheit und Zurückhaltung zeigte
und einen gewissen Hauch der Jungfräulichkeit an sich trug."
Er hatte sich aber auch von Jugend auf behütet,
hatte nur im Notwendigsten mit Frauenspersonen verkehrt. Einem jungen
Freunde, der nach Wien in Stellung musste, sagte er: Josef, halte dich
rein! Wien ist eine sündhafte und lasterhafte Stadt; ich hätte auch
hinkommen sollen, Gott aber hat nicht wollen, dass ich hinkomme."
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Kinder besonders fühlten sich zu ihm hingezogen. Die
vier Töchter des Baumeisters Meinhart, der den Turm der Klosterkirche
baute, fühlten sich vom Beispiel des Fr. Baptist so bewegt, dass alle
vier Karmeliterinnen wurden. Ihr Vater verbrachte seine letzten
Lebenstage ganz im Eggenburger Kloster.
Die reinen Herzens sind; schauen Gott an. Sein Herz
war längst schon da, wo sein Schatz war, bei Jesus im Tabernakel.
Selbst bei der Arbeit stand er oft, den Blick betend der Kirche
zugekehrt. Wie er konnte, kniete er im Oratorium vor dem Tabernakel
regungslos ins Gebet versenkt. Wenn er nur von früh an bis 10, halb 11
ministrieren könnte, äußerte er oft den Wunsch. Und wenn er
ministrierte, war er wie ein Engel, sagten die Leute. Und wenn er zur
hl. Kommunion ging, war er so ergreifend, dass Kardinal-Fürstbischof
Dr. Nagl bezeugte: "Mit größter Andachtsglut empfing Frater
Baptist das heiligste Altarsakrament und ich verehre ihn gerade deswegen
heute noch (1910). So oft
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ich in der Kirche zu Eggenburg war, glaubte ich, ihn zur Kommunion gehen gesehen zu haben. Es ist
mir noch heute in lebhafter Erinnerung der Ausdruck der Sehnsucht, des
Verlangens und der Liebe zum allerheiligsten Sakramente, seine überaus
demütige Haltung beim Empfange, seine Versunkenheit in Andacht bei der
Danksagung nach dem Empfang des heiligsten Sakramentes. Ich blieb auch
selbst gerne längere Zeit dort, um mich an seinem Anblicke zu
erbauen"; so Wiens Kardinal.
Jesu lebt aber auch fort im mystischen Leibe seiner
Kirche, darum leben vollkommene Seelen mit der Kirche: leiden mit ihren Leiden, freuen sich mit ihren Freuden. So auch unser schlichter
Laienbruder. An Festtagen z. B. war er fröhlich, sang und sagte oft:
"Heute müssen wir uns freuen, heute freut sich die Kirche, sie hat
den schönsten Schmuck angezogen." –
13.
"Seine liebe Mutter“
nannte
er Maria. Von Jugend auf tat er selbst, was er seinem Freunde, dem braven
Bauern Hau sagte: "Bruder, halten wir uns nur fest an den Falten des
Gewandes der lieben Gottesmutter und nicht auslassen, dass sie uns in den
Himmel hineinzieht." - Als er in den letzten Lebensjahren viel zu leiden hatte, meinte er: "Man müsste ja verzweifeln in seinem Sündenelende
und seiner Armseligkeit, wenn man diese Hoffnung (auf Maria) und diesen
Trost nicht hätte."
Für Dienste, die er einem leistete, erbat er sich
nur ein Ave. Selbst hatte er, so oft es die Umstände
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erlaubten, den Rosenkranz in der Hand und
betete den
Rosenkranz. Als er in kranken Tagen ständig im Zimmer, im Lehnsessel
sitzend, bleiben musste, traf man ihn stets mit dem Rosenkranz in der
Hand.
Wie den leidenden Heiland verehrte er Maria besonders
als Schmerzensmutter: wohl jeden Monat wallfahrtete er nach dem zwei
Stunden entfernten Dreieichen, wo er stundenlang frei dakniete vor dem
Altar der schmerzhaften Mutter. Einmal war er sehr krank, trotzdem bat
er, nach Dreieichen gehen zu dürfen; der Obere erlaubte es ihm; dort
trank er von der eiskalten Quelle beim Gotteshause; der begleitende
Bruder fürchtete eine Verschlimmerung der Krankheit; Fr. Baptist aber
war fast augenblicklich gesund.
Alle Anliegen legte er in die Hand seiner
"lieben Mutter". So besonders auch, wenn er als Gärtner in
allzutrockenen Zeiten Regen brauchte. Da ging er zum "Brünnl"
nach Pulkau und stets kam Regen. Die Leute nannten ihn daher scherzhaft
den "Regenmacher"; sie sagten: "jetzt ergießt er es
nimmer im Garten, jetzt werden wir bald einen Regen haben", oh,
jetzt werde er nach Pulkau wallfahrten. Und, als er bei einem solchen
Bittgange schließlich vom plötzlich eintretenden Platzregen erwischt
und durchnässt wurde, scherzten sie: "Heute hat er wohl kräftig
gebetet."
Seine Ruhe fand er in den Ängsten der letzten
Stunden jedes Mal durch das Gebetlein: "Süßes Herz Mariä, sei
meine Rettung."
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14.
Ein lieber Mitbruder
und guter Kamerad war er allen im Kloster, aber auch
seinen Bekannten und Freunden, denn seine Liebe zu Jesus und Maria wäre
nicht echt gewesen, hätte er nicht auch in jedem Nächsten Christus
gesehen: "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder tut, habt ihr mir
getan."
Nie war er mürrisch, nie launenhaft, stets
freundlich, gütig, hilfreich. Selbst als ihm der Herr in 'den letzten
Lebensjahren viel körperliches Leid
und innere Trockenheit und Verlassenheit schickte, ließ er dies
anderen nie fühlen. jedem leistete er gerne jeden Dienst. Man musste sich
hüten, einen Wunsch auszusprechen, denn Fr. Baptist mühte sich sofort,
ihn zu
erfüllen.
Er wusste sehr packend und an mutig zu erzählen und auch fromme Aussprüche,
die er vorbrachte, nahmen sich beim ihm ganz natürlich und nie gezwungen
aus. Man merkte, dass sie seinem Wesen entsprachen. "Nicht, geistreich,
sondern liebreich sein", war sein Grundsatz. Gute Scherze machte er
gerne mit, nie verdarb er einen Spaß, selbst wenn er leidend war. Und
wenn junge Mitbrüder ihm in der Gartenarbeit einen lustigen Possen
spielten, nahm er es nie übel; vielmehr fühlte er sich geehrt, dass man
sich "mit einem so armseligen Menschen" befasste.
Betrübte tröstete er liebreich. Kranke baten
eigens, ihn kommen zu lassen, da er so gut zu beruhigen verstand. Obschon er im höheren Alter eine Krücke brauchte, gab er sie
sofort einem fußleidenden Mitbruder, bis dieser gesund war. Seine Fleischrationen ließ er mit Erlaubnis der Oberen
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armen Pfortenbettlern geben.
Kamen fremde
Patres oder Gäste ins Haus, nahm er sich sofort ihrer an, wenn sonst
niemand Zeit hatte.
Seine Liebe war eben unvergleichlich. Daher ist es
selbstverständlich, dass er sich nie über jemand beklagte. Er ließ auch
andere nicht hart urteilen über andere, da fand er stets ein Wort der
Entschuldigung für den hart Beurteilten. Als man über einen Selbstmörder
nicht gut sprach, erzählte er, er habe von einem Heiligen gelesen, diesem
sei gezeigt worden, es habe einer, der sich selbstmörderisch ins Wasser
gestürzt hatte, im letzten Augenblicke die Gnade bekommen, vollkommene
Reue zu erwecken und so in Gottes Gnade zu sterben.
In ein kurzes Wort fassten alle, die mit ihm lebten,
ihr Urteil über ihn zusammen, sie sagten, er
sei "lieb
und fromm".
15.
Ein guter Freund
zu sein und zu bleiben, wusste er, wie der heilige
Klemens Hofbauer, in echter deutscher Art. Mitbrüder erlebten
dies besonders, wenn sie krank waren: Fr. Baptist kam jeden Tag, sein
Blick, seine Teilnahme, seine liebevolle Rede trösteten, erhoben,
erfreuten. Gerne verband er Wunden, gab Medizin, half beim Essen, beim
Heben und Legen, obschon seine Gärtnerarbeit rauh war, bei solchen
Krankendiensten schien er zarte Frauenhände zu haben. Gerne löste er den
Krankenbruder bei Nachtwachen ab, dass der ein bisschen schlafen konnte;
bei sehr schwer Kranken saß er still betend neben dem Bette und sprach
hin und wieder ein ermunterndes Wort oder ein Gebetlein zum Kranken. --
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Ein ganz besonderes Verständnis hatte er für die
Seelenkranken, die Sünder. Er nahm sie in Schutz. "Ach wir sind
armselige Menschen, niemand ist vor dem Falle sicher." Für die Sünder
opferte er Tag für Tag dem Herzen Jesu und der Gottesmutter seine
Gebete, Arbeiten, Leiden" am innigsten, wenn Patres auf einer
Mission waren; da forderte er auch andere auf, zu bieten, dass recht
viele Bekehrungen geschähen. Hörte er von solchen Bekehrungen, hatte
er die ‑größte Freude. Herzlich beglückwünschte er
Klerikernovizen, dass sie einst als Missionäre recht vielen
armen Sündern zu Gott hellen dürften.
Seinen Angehörigen in Groß-Enzersdorf war er
zeitlebens ein Schutzengel. Gerne erlaubten ihm die Oberen, alljährlich die Seinen
zu besuchen,
den Seinen war sein Erscheinen stets Erbauung und Belebung im
guten. Eine Schwester war Redemptoristin geworden, hatte 1848 ob des
Umsturzes ins Vaterhaus zurückkehren müssen. Fr. Baptist sorgte mit
allen Mitteln, dass sie auch daheim nichts sich erlaubte, was einer
Ordensfrau nicht geziemt hätte.
Bei seinem letzten Besuche daheim sagte er zu einem
Jugendfreunde: "Lieber Bruder! Lass nur vom Beten nicht ab; wenn
das Gebet auch mit Widerwillen verrichtet wird, so bleibt doch allemal
etwas davon hängen." Bis ins höchste Alter merkte es sich dieser
und handelte darnach.
Gerne nahm man ihn mit zu Kranken oder
schickte ihn mit Almosen zu solchen. Er wusste so schön und erheiternd
zu erzählen, zumeist von Heiligen,
und aus seinem Munde klang Religiöses ganz wahr, natürlich, ja, als
etwas ganz seinem Wesen entsprechendes. Gerne sandte man ihn auch zu
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Wohltätern des Klosters: Diese freuten sich sehr,
wenn er kam, ja eine Familie erklärte, es sei stets gewesen, "als käme
der liebe Gott". Immer wusste er seelisch Erhabenes
einzuflechten, bat junge Leute: "ja keine Sünde zu begehen."
Nie trank er Wein" doch bei solchen Besuchen nippte er wenigstens, um
nicht abzustoßen. In einer Familie legte man ihm Weißbrot vor; er sagte:
"Das bin ich nicht würdig", eine Kartoffel aber aß er. Fast überall wusste er etwas Passendes vorzulesen. Bei ihm
hörten es die Leute gerne und erbauten sich..
Treue Freundschaft pflegte er auch mit zwei
originellen, grundfrommen Junggesellen: dem Araker Franz in Straning, den
er aus materiellem zu geistlichem Streben brachte, und zum
seelenverwandten Bauern Josef Hau in Roggendorf, der ihm viel arbeiten
half, den er aber auch wie einen' Bruder gern hatte und durch sein
Beispiel und sein Wort zu großer Losschälung und seelischer
Vollkommenheit brachte. Dieser war es auch, der nach dem Tode des Fr.
Baptist sofort bat, man möge alsbald Anstalten zur Seligsprechung des
Bruders treffen.
16.
Heroisch endlich war seine Liebe und Treue im
Redemptoristenberuf.
Der Geist der Redemptoristenkongregation erfüllte
ihn so, daß selbst Weltleute sagten, er sei "wie der selige
Alphonsus". Für die Kongregation wolle er leben und sterben, sagte
er oft. Daher gehörte er zu den ersten, die nach dem Sturm des Jahres
18481 sofort wieder ins Kloster kamen. Genau
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richtete er sein Tun und Lassen ganz nach der
Ordensregel ein und der Gehorsam galt ihm als das Heiligste: Gehorsam
gegen die Regel, die Oberen, den Beichtvater. Er hatte das Glück, sich
noch nach mehreren Schülern des hl. Klemens richten zu können: nach dem
großen Beter P. Passerat, dessen Seligsprechungsprozess bereits
eingeleitet ist; nach dem so kindlich gewordenen ehemaligen Universitätsprofessor
P. Madlener; nach P. Provinzial Michalek, der schon dem Enzersdorfer Stöger
Sepp Beichtvater gewesen war, und nach dem demütigen, hochgebildeten
Laienbruder Fr. Georg Passy, der vier Sprachen beherrschte; Fr. Baptist
sah, wie der bereits kranke Bruder von zwei Mitbrüdern zur hl.
Kommunion geführt wurde, was, ihn mit solcher Ehrfurcht erfüllte, dass
er dadurch die innigste Liebe zur Kongregation gewann. Als Fr. Baptist
bereits so leidend war, dass er meist im Zimmer. bleiben musste, führte
man neueingetretene Novizen zu ihm, er wusste sie so lieb zum Ausharren in
der Kongregation zu ermuntern. Täglich betete er um gute Berufe.
"Er ist der beste Prediger im Hause", sagte
P. Hamerle und: "Hätten doch auch wir einen solchen Gebetsgeist, wie
dieser
Bruder!" - "Auf mich machte er den Eindruck großer
Heiligkeit", erklärte ein anderer. Alle liebten ihn, alle sagten:
Nenn der nicht selig wird, wird niemand selig." Launig bemerkte ein
Pater: "Dieser Bruder wird einstens unserem Kloster viel Geld
kosten"; er meinte den Seligsprechungsprozess.
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17.
Der Kreuzträger.
Fr. Baptist wäre kein wahrer Nachfolger Jesu
gewesen, hätte er nicht auch sein Kreuz gehabt, denn: "Wer mir
nachfolgen will, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir
nach".
Dieser innerlich so heitere, stets ruhig' sanfte,
liebe Gottesmann trug zeitlebens ein schweres, leidvolles Kreuz. Nicht bloß
in beharrlicher Genauigkeit der Regeltreue; in strenger, selbstauferlegter
Buße, in steter, reger, aufreibender Arbeit trotz Schwächlichkeit und
Ermüdung, Gott gab ihm außerdem ein schweres Kreuz großer Körperleiden
und dazu schwerer innerer Versuchung.
Noch verhältnismäßig jung erlebte er das Bersten
einer Ader am Fuß, dass er bald verblutet wäre. Zeitlebens trug er nun
ein schweres Fußleiden mit offenen Wunden, die er täglich verbinden
musste. Es steigerte sich, der Fuß bekam Knochenfraß, schwoll ungemein
an, nur mit Krücken konnte sich der Arme fortbewegen. Im Bett zu liegen
wurde ihm ganz unmöglich, lange Zeit musste er Tag und Nacht in einem
Lehnsessel verbringen. In den letzten Lebensjahren litt er außerdem an
Gicht, an schwerer Kolik, an Asthma und einem. ständigen, heftigen
Husten.
Seelisch sodann ließ ihn der liebe Gott fast durch
das ganze Leben große Ängste und Finsternisse ertragen, eine ständige
Versuchung gegen die Hoffnung, ja sogar zur Verzweiflung. Tatsache scheint
auch zu sein, dass Satan ihn auch körperlich misshandelte und ihm, zur
Verzweiflung versuchend, in Schreckgestalten erschien. Fr. Baptist entschlüpfte
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die Äußerung: "Heute habe ich wieder meine
Schläge bekommen. Dies alles aber brachte ihn nicht ab von seiner
Genauigkeit, seinem Bußleben, einem
ständigen Beten. Nie zeigte er Ungeduld, stets war er ergeben in Gottes
Willen. "Ach, ich bin halt ein elender Mensch, dies wollte ich gern
bis zum Tode ertragen." -- "Unser Herrgott hilft mir,
weil ich selbst nicht Buße tun will." "Der hl.
Alphonsus hat oft laut geseufzt und gebetet,
um nicht zu verzweifeln oder den Stürmen der Versuchung zu
unterliegen." -- So sagte Fr. Baptist.
"Wenige Menschen können das mit Geduld
ertragen, was er ertragen hat", sagt ein Augenzeuge.
Trotzdem verlangte der arme, leidende Bruder
kein Mitleid; es war ihm peinlich, wenn er auf Dienste anderer angewiesen
war, nur der Befehl der Obere ' n beruhigte ihn darüber. Er bat nur:
"Beten Sie für mich, aber nicht, dass der Schmerz, aufhöre, sondern
dass ich die Geduld nicht verliere." -- Gewöhnlich antwortete
er: "Es geht mir gut." - "Ich bin ganz und mit allem
zufrieden." - "Wie Gott will." - "Sein
Wille geschehe." - "Es ist ja nicht viel, was ich leide,
der liebe Heiland hat viel mehr gelitten." - "Das will ich
gern ertragen, das ist ja keine Hölle." -- In tiefsten Finsternissen und seelischen Bedrängnissen hörte man ihn beten:
"0 mein Gott, hilf mir doch, dass ich nicht verzweifle!" -
"Meine Mutter Maria, steh ihr
bei!" - Mein Jesus, deine Leiden sind meine Hoffnung!"
--
Allen im Kloster war er zeitlebens ein Muster
gewesen: in seinem gehorsamen Arbeiten, in seinem
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Beten, in seiner Liebe, in den letzten Lebensmonaten
aber in seinen schmerzvollen Leiden. Darum sagte ein Pater, der durch
sechs Jahre sein Rektor gewesen war: "Wenn der Fr. Baptist Wunder
wirkte, würd` es mich gar nicht wundern; im Gegenteile, wenn er keine
wirken würde, möcht’, ich mich wundern."
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Gottseliger Heimgang
Ober
70 Jahre alt ist Fr. Baptist geworden, trotz seiner aufreibenden
Arbeiten, seiner ständigen Abtötungen und seiner schweren Körper-
und Seelenleiden. Der Herr ließ ihn den Kelch der Schmerzen bis zur
Hefe leeren.
Drei
volle Jahre hatte der Arme nie mehr das Bett benützen können und Tage
und Nächte vollständig angekleidet im Lehnsessel verbringen
müssen.
Der kranke Fuß schwoll zwar ab und floss nicht mehr. Dafür steigerten
sich andere Schmerzen in den letzten Wochen so sehr, dass Fr. Baptist
oft unwillkürlich aufschreien und wimmern musste. Und die seelische
Verlassenheit und Bedrücktheit nahm offenkundig dämonischen Charakter
an, nur Weihwasser und Priestersegen brachten Linderung. In den
letzten Tagen bat er, dass man in seiner Zelle ständig bete.
So
kam der 3. November 1883. In der Frühe bat er, auf den Boden gelegt zu
werden. Nur eine Decke ließ er sich unterbreiten, auch ein Kopfkissen
nahm er nicht an. Drei Uhr nachmittags sagte er: "Nun ist es
genug." Er ließ sich in den Lehnsessel setzen.
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Dort saß er still bis gegen halb vier Uhr und starb
unter dem Beistande seines Beichtvaters P. Fischnaller.
Sofort wurde sein sonst so leidvolles Antlitz
wunderbar friedvoll und wie verklärt.
Zahlreich kamen die Leute zur Bahre und erbaten sich
Stückchen von seinen Kleidern und anderes wie Reliquien zum Andenken,
besonders erbeten wurden Blumen, die er gepflegt hatte, man sagte, es sei
ein besonderer Segen darauf. Ein Zeuge erklärte: "Als ich hörte, dass
Fr. Baptist sterben werde, sprach ich: Es würde mich nicht wundern,
wenn bei seinem Tode alle Glocken der Stadt, die Turmglocken und alle
Hausglocken von selbst zu läuten anfangen würden, für einen solchen
Heiligen habe ich ihn gehalten".
Sein Leichenbegängnis wurde herrlich, so viel Volk
war da, auch alle Vornehmen von Eggenburg gingen mit.
Der Ruf seiner Heiligkeit verstummte nicht. 1898
begann daher sein Seligsprechungsprozess, eingeleitet von einem anderen
"Diener Gottes" P. Wilhelm Janauschek. Am 30. Oktober
1900 wurden seine Gebeine enterdigt und im schön gemauerten Tumulus der
Beichtkapelle an der Klosterkirche beigesetzt, wo sie harren, bis sie nach
der Beatifikation hoffentlich bald auf den Altar erhoben werden.
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NOVENE
1.
Frater Baptist Stöger war ein besonderer Verehrer, des Leidens Christi.
So freut es ihn sicher, wenn man an den neun Tagen täglich ein Gesätzlein
des schmerzhaften Rosenkranzes betet.
2.
Gebet um die Seligsprechung des Fr. Baptist:
Göttlicher
Heiland, durch die Fürbitte, deiner Mutter Maria bitten wir dich, lass
deinem Diener Frater Baptist Stöger bald die Ehre der Altäre zuteil
werden, auf dass sein Beispiel umsomehr den Geist des Gehorsams, der
Arbeitsamkeit, der Geduld und des Gottvertrauens in unseren Seelen erwecke
und fördere. Amen.
3.
Lass auch andere die Novene mit halten!
4.
Wenn möglich, empfange während der Novene die hl. Sakramente!
5.
Nimm dir vor, wenn dir geholfen wird, auch selbst ein Werk der Liebe und
Barmherzigkeit zu tun.
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Grabmal
des Dieners Gottes
FRATER
BAPTIST STÖGER, C. Ss. R,
in
der Klosterkirche der Redemptoristen zu Eggenburg, Niederösterreich.
6.
Erlangte Erhörung berichte mit Unterschrift und Postanschrift an das
Provinzialat
der Redemptoristen,
Wien
1, Salvatorgasse 12.
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Klemens
Hofbauer-Komitee
Wien
1, Salvatorgasse 12
G e g r ü n d e t
im Jahr der Heiligsprechung 1909 zur
Verbreitung der Ehre des hl. Klemens M. Hofbauer und Förderung seiner Gründung,
der österreichischen Redemptoristen.
Das St. Klemens Hofbauer-Komitee
hat gestiftet:
Klemens-Gedenktafel am
Ursulinenkloster,
eingeweiht durch Koadjutor Dr. Nagel 1910.
Klemens-Gedenktafel
in Maria Taferl, eingeweiht durch Bischof
Rössler 1912.
Klemensdenkmal vor der Minoritenkirche,
Fürsterzbischof Dr.
Piffl 1913.
Klemens-Statuen für 30 Kirchen Wiens und Niederösterreichs.
Klemens-Broschüren von P. Andreas Hamerle geschrieben,
gegen 500.000 in
deutscher
Sprache, zehntausende in polnischer, slowenischer und ungarischer Sprache.
Klemens-Kirchen
gebaut
in
Wien XII, am Gatterhölzl,
in
Oberpullendorf, Burgenland.
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